Was die süddeutschen Melancholiker End Of Green auf ihrem neuen Album "High Hopes In Low Places" veranstalten, ist gleichermaßen beeindruckend wie beängstigend. Die Band malt die kleine feine, trügerische Idylle schwarz an, nur um sie anschließend einzureißen, dass es schmerzt.
Nachdem End Of Green mit ihrem vergangenen Album "The Sick's Sense" Platz 21 der deutschen Media Control Longplay Charts inne hatten, ist "High Hopes In Low Places" eine verdammt mutige Platte geworden. Anstatt die Ehrenrunde einzuläuten, bulldozert sich das Quintett um Goth-Crooner Michelle Darkness da zum eigenen Kern durch und lässt ihn explodieren. In all den schillernden Schwarztönen, die End Of Green so gefährlich und unwiderstehlich machen. Da ist Dunkelrock, Goth, Alternative, Metal mit verführerischem Popappeal und rotziger "Fuck You"-Attitüde - ein Gemisch, das genau dann erbarmungslos zuschlägt, wenn man glaubt, es endlich durchschaut zu haben. Echter Rock'n'Roll-Spirit eben.
Bei Konzerten wiederum reißen End Of Green die Barrieren zwischen Bühne und Publikum nieder. Mit ihrer intensiven Performance verwandeln sie eine scheinbar normale Konzertsituation in einen Trip. Wer diesem Wahnsinn einmal beiwohnen durfte wird süchtig – ob im kleinen Club, oder auf großen Festivalbühnen.