Aufstehn - die Bots kommen!
Die Bots aus Holland prägten wie keine andere Band die Generation der Friedensbewegung in Deutschland. Im Spannungsfeld zwischen NATO Doppelbeschluss, Ostermärschen und der Anti-Atomkraft Bewegung wurden sie zur Legende und ihre Musik zum Soundtrack einer gewaltigen Massenbewegung, die Deutschland maßgeblich verändert hat.
Da kommt schon ein wenig nostalgisch verklärte Wehmut auf. Und ehrlich gesagt, nicht nur beim Gedanken an die politische Aufbruchstimmung jener Jahre, sondern auch in Erinnerung an studentische WG-Feierlichkeiten, die gerne mal mit der Bots’schen Frage „Was wollen wir trinken, sieben Tage lang, was wollen wir trinken, so ein Durst!“ eingeläutet wurden.
Heute, knapp zwei Jahrzehnte später, sind die Themen, welche die Inspiration der Bots waren, noch immer nicht ad acta gelegt; soziale Ungleichheit, Armut, atomare Bedrohung, Rechtsradikalismus und Kriege sind weiterhin an der Tagesordnung und für die Bots allemal Anlass genug, die Legende aufleben zu lassen.
Sie erfüllen damit auch das Vermächtnis ihres verstorbenen Sängers und Gründers Hans Sanders, der seine Band wieder auf der Bühne sehen wollte. Seinen Tod vor Augen brachte er die aktuelle Formation der Bots auf den Weg, weil diese Stimme nicht verstummen soll.
Wie sehr Spitzenkräfte der deutschen Künstlerschaft die Niederländer schätzten und ihre Sonderstellung verstanden, zeigt die Autorenschaft von Größen wie Günther Wallraff, Wolf Biermann, Henning Venske, Dieter Hildebrandt, Udo Lindenberg oder Hannes Wader auf den deutschsprachigen Alben der Bots.
Bots haben Geschichte geschrieben und blicken spiel- und kampfesfreudig in die Zukunft. Das Publikum darf sich freuen auf die Hymnen aus der Zeit der Friedensbewegung und auf neue Songs.